"Wegbereiter für Tierschutz"

Vion ist Motor für mehr Tierwohl in Holland und Deutschland. Vor mehr als sechs Jahren startete unter wesentlicher Beteiligung von Vion in den Niederlanden das Beter-Leven-Programm für den Lebensmittelhandel. Ein gutes Jahr später begann Vion in Deutschland zusammen mit Wissenschaftlern namhafter Universitätsinstitute und Forschungsanstalten, dem Deutschen Tierschutzbund und Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels, Kriterien zu entwickeln, nach denen mehr Tierwohl in die Ställe einzieht. Ergebnis dieser Arbeit war das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.

Stabile Preisbildung ist absolut wichtig
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder im Gespräch mit Dr. Heinz Schweer, Vions Direktor Landwirtschaft Deutschland, auf dem Hof des Tierschutzlabel-Landwirts Karl Harleß.

Die Bundesregierung unterstützte das Bestreben nach mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung durch die Finanzierung der begleitenden Forschung. Vion selbst investierte viel Geld in den Aufbau und die Fortführung des Programms.

Das Land Niedersachsen fördert ab der zweiten Jahreshälfte 2015 für die nächsten zwei Jahre das Forschungsprogramm bei den am Tierschutzlabel beteiligten Vion-Bauern als Demonstrationsbetriebe für mögliche Veränderungen in der konventionellen Schweinehaltung.

In Holland steht Vion an der Spitze der Bewegung des Beter-Leven-Schweinefleischprogramms des niederländischen Tierschutzbundes Dierenbescherming, an dem sich 400 landwirtschaftliche Betriebe und fast alle Handelsunternehmen beteiligen. Dieses Engagement des Unternehmens in Zusammenarbeit mit seinen erzeugenden Landwirten ist europaweit einmalig.

Mit dem Tierschutzlabel der Einstiegsstufe des Deutschen Tierschutzbundes hat Vion als Fleischproduzent lange Zeit eine Alleinstellung genossen und ist gewissermaßen Wegbereiter für die Initiative Tierwohl gewesen, die jetzt flächendeckend gestartet ist.

Die Tierschutzdiskussion wird derzeit in der Landwirtschaft, im Handel und bei den Fleischunternehmen sehr intensiv geführt. Neben der Initiative Tierwohl, an der Vion sich zusätzlich beteiligt, starten einzelne Handelsketten wie z. B. Aldi und Rewe eigene Tierschutzinitiativen, nach denen sie beispielsweise ab 2017 kein Schweinefleisch mehr vermarkten werden, das von ohne Betäubung kastrierten Schweinen stammt. Aber kein anderes Programm geht bisher in der Umsetzung von Tierschutz so weit wie das Tierschutzlabel. Vion ist beim Tierschutz in der Nutztierhaltung Motor und Takt-geber. Nur die eigenen Vertrags-Landwirte und die Schlachtbetriebe in Zeven und Perleberg sind bisher vom Deutschen Tierschutzbund für die Einstiegsstufe zertifiziert worden.

In Holland ist der Handel schon weiter, Fleischprodukte aus dem Tierwohlprogramm Beter Leven sind längst aus der Nische heraus. Die größte niederländische Handelskette Albert Heijn hat in diesem Jahr das gesamte Schweinefleischsortiment auf Beter Leven umgestellt.

In Deutschland haben die Landwirte im Labelprogramm „Für mehr Tierschutz“ ebenso wie die Ferkelerzeuger ihren Standort in Niedersachsen im Bereich der Beratungs- und Vermarktungsorganisation VzF Uelzen. Über den vom Deutschen Tierschutzbund zertifizierten Vion-Schlacht- und -Zerlegebetrieb Zeven gelangt das Fleisch dann in den Handel. Verschiedene Handelsketten haben ein Zusatzsortiment Tierschutzlabel eingerichtet. Seit dem Frühjahr 2015 gibt es auch die ersten Wurstprodukte, die ausschließlich aus dem Labelprogramm stammen.

Christoph Becker ist einer der Erzeuger, die sich als Erste entschieden haben, Schweine nach den Tierschutzkriterien zu mästen und an Vion zu liefern. „Es war schon immer unsere Philosophie auf dem Hof, für ein möglichst großes Wohlbefinden der Tiere zu sorgen.“ Allerdings müsse es sich auch finanziell lohnen. „Da ist das Tierschutzlabel einfach ein tolles Programm. Das Tierwohl ist gewährleistet und unsere Einnahmen sind sicher.“

Was hat sich geändert, was ist in der Schweinemast verbessert worden? Die Buchten der Ställe bestehen aus einem Fress-, einem Ruhe- und einem Aktivitätsbereich. Die Tiere haben 50  Prozent mehr Platz und nutzen Beschäftigungsmaterial wie Strohpellets, Heukörbe oder Holzstücke. Christoph Becker sagt: „Die Pionierarbeit ist wahnsinnig groß. Aber wenn es funktioniert, gibt es nichts Schöneres, als durch die Ställe zu gehen.“