Vion unterstützt Universitäten bei der Erforschung von Jungebermast

Die Nutztierhaltung in Deutschland steht vor einer ihrer größten Herausforderungen: Ab 2019 ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln aus Tierschutzgründen gesetzlich verboten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Bonn haben nun in Zusammenarbeit mit der Vion Food Group und weiteren Partnern aus der Wirtschaft untersucht, inwiefern die Mast von Jungebern eine ernstzunehmende Alternative sein könnte. Die Ergebnisse liegen nun vor und sind in agrarwissenschaftlichen Publikationen wie dem Journal of Agriculture and Food Chemistry veröffentlicht worden.

Expertengespräch: Nutztierhaltung auf dem Prüfstand

Jungeber benötigen weniger Futter pro Kilogramm erzeugtem Fleisch als kastrierte männliche Schweine. Bedenken gibt es jedoch häufig in Bezug auf die Qualität des Fleisches: Bei wenigen Tieren (in der Praxis < 4 %) reichern sich natürliche Geruchsstoffe im Fett an, die manche Menschen als unangenehm empfinden. Die Forscher beschäftigten sich nun mit der Frage, wie sich das Risiko für solche Geruchsabweichungen weiter reduzieren und die Qualität des Fleisches sichern ließe.

Dabei wurde unter anderem auch das in den Vion Betrieben entwickelte Inline-Prüfsystem unter die Lupe genommen. Nach vielen Untersuchungen waren die Wissenschaftler darin einig, dass die von Vion praktizierte Methode die derzeit beste verfügbare Praxisalternative ist. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde inzwischen veröffentlicht. Sie ist unter (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0309174015300814) im Internet abrufbar.

„Die Projektarbeit hat uns geholfen unser Testsystem auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zielgerichtet weiter zu entwickeln“, sagt Dr. Gereon Schulze Althoff, Direktor Qualitätssicherung Vion Deutschland. In dem Projekt arbeitete das Fleischunternehmen mit Forschern der Universitäten Göttingen und Bonn zusammen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) förderte das Projekt STRAT-E-GER. Die Förderung erfolgte aus Mitteln des BMEL aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgte über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.