Positive Ansätze beim Tierschutz

Zwei Tage weilte der frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann in seiner Heimatregion. Diesmal kam er im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministers zu Beratungen mit dem von ihm geleiteten Kompetenzkreis Tierwohl und besuchte dabei einen Ferkelerzeuger und einen Schweinemastbetrieb der Beratungs-und Vermarktungsorganisation VzF Uelzen.

Stabile Preisbildung ist absolut wichtig

Lindemann und seine mit Wissenschaftlern und Experten gespickte Kommission haben von der Bundesregierung die Aufgabe erhalten, den Tierschutz in der Nutztierhaltung voranzubringen. Mit ganz klaren zeitlichen Vorgaben. Wenn es der Landwirtschaft in Verbindung mit den Schlacht- und Handelsunternehmen nicht bis Ende 2016 gelingt, auf freiwilliger Basis Verbesserungen zu erreichen, „müssen wir uns wohl von dem Modell der Freiwilligkeit verabschieden“, sagt Lindemann. Die Konsequenz wären gesetzliche Regelungen zum Tierschutz, die in der Branche aber niemand will.

Den Start der Initiative Tierwohl bewertet Lindemann als einen Schritt in die richtige Richtung. Was er in Anwesenheit des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder auf den konventionellen Betrieben in der Lüneburger Heide sah, machte ihn noch optimistischer für sein Ziel. Schweinemäster Karl Harleß produziert nun schon seit mehr als zwei Jahren für das Tierschutzlabel und liefert an Vion. „Das ist ein guter Weg auch für konventionelle Betriebe“, sagt der Landwirt. Wenngleich die verpflichtenden Kriterien weitaus höher sind als bei der Initiative Tierwohl.

Der nächste Schritt muss die Einbeziehung der Ferkel in das Labelprogramm sein. Deshalb machte sich die Kommission auch beim Ferkelerzeuger Thorsten Riggert sachkundig, der seine Jungtiere jetzt schon an die Mäster liefert und mit seiner Ferkelaufzucht in das Forschungsprogramm eingebunden wird. Das nächste Ziel wird sein, keine Schwänze mehr zu kürzen, auch nicht um ein Drittel, wie bisher zulässig. Lindemann ist da rigoros: „Ich kann mir doch nicht die Tiere zurechtschneiden, um sie den Haltungssystemen anzupassen. Meine Botschaft an die Bauern ist: So geht das nicht weiter.“