Fachgerechte Kontrollen für mehr Tierwohl

Schweine, die nach den Kriterien des Tierschutzlabels aufwachsen, werden regelmäßig auf ihre Gesundheit kontrolliert. Bei der regulären Schweineaufzucht gehören bereits serologische Untersuchungen (Identifizierung von Krankheitserregern) des Fleisches zum Standard. Die Landwirte sind durch Spezialverträge an Tierärzte gebunden und nehmen regelmäßig an Beratungen teil.

Stabile Preisbildung ist absolut wichtig

Bei dem Vion-Tierschutzprojekt sind in einigen Betrieben zusätzlich Videokameras in den Ställen montiert: „Während des Forschungszeitraums werden die Tiere 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche videoüberwacht“, erklärt Dr. Anne Hiller vom Vion-Qualitätsmanagement. „Anhand der Videoaufnahmen ermitteln wir unter anderem das Fress- und Liegeverhalten der Tiere“, sagt die Tiermedizinerin. Die Ställe seien komplett umgebaut worden. „Nun müssen wir natürlich feststellen, wie die Tiere das neue Konzept annehmen. Das geht nur, wenn sie im Stall allein und ungestört sind.“

Das Wohl der Tiere wird nach den Kriterien des sogenannten „Animal Welfare Protocol“ (englisch für „Tierschutzprotokoll“) erforscht. „Wirken die Tiere glücklich? Machen sie einen glücklichen, erfüllten Eindruck? Diesen Fragestellungen gehen wir mit Wissenschaftlern auf den Grund“, so Dr. Hiller.

Aber auch konkrete Daten zur Tiergesundheit werden ausgewertet. „Zum Beispiel lässt sich anhand der Gelenke der Schweine feststellen, ob sie bequem gelegen haben. Die Kriterien des „Animal Welfare Protocol“ werden nun zu 100 Prozent angewendet“, betont Hiller.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Vion-Tierschutzprojekt ist der verpflichtende Einsatz des Tierarztes bei jeder offensichtlichen Veränderung im Verhalten der Tiere. „Stellt der Bauer erhöhte Auffälligkeiten bei einem seiner Schweine fest, muss er den Tierarzt hinzuziehen und dafür sorgen, dass sich der Zustand verbessert“, so die Tierärztin.