Drei Programme für mehr Tierwohl

Tiergerechte Haltung ist uns wichtig und das dokumentieren wir auch mit unseren Beteiligungen an drei wichtigen Tierwohl Programmen. Der Deutsche Tierschutzbund hat gemeinsam mit Wissenschaftlern, Forschern und Vion die Kriterien für das Labelprogramm „Für mehr Tierschutz“ aufgestellt. Nach diesen Kriterien wachsen die Tiere in  unseren Partnerbetrieben auf.
Die Initiative Tierwohl stellt ebenfalls das Tier in den Mittelpunkt. Die hier festgelegten Kriterien sehen unter anderem, zehn Prozent mehr Platz in den Ställen, ein Schlachtbefunddatenprogramm und einen Stallklimacheck vor.

Und so wird es bei unseren Nachbarn in den Niederlanden gemacht: „Beter Leven“ heißt das Tierschutzprogramm, das bereits vor gut sechs Jahren gestartet wurde und seitdem konsequent umgesetzt wird.

 


Für mehr Tierschutz

 

Das Labelprogramm „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes ist unterteilt in zwei Stufen. Die „Einstiegsstufe“ verbessert die Bedingungen für tiergerechte Haltung deutlich und sorgt für nachweislich gesündere Tiere. Die „Premiumstufe“ geht in einigen Punkten deutlich über das gesetzlich vorgeschriebene Maß bei der Tierhaltung hinaus.

Die Einstiegsstufe:

  • Platzangebot:
    bis zu 50% mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben
  • Bodenbeschaffenheit, Liegebereich:
    perforierter Boden, seit dem 01.04.2014 müssen teilnehmende Betriebe in mindestens vier Buchten Komfortliegebereiche ausprobieren (verbindlicher Entwicklungsplan für neue Betriebe)
  • Beschäftigungsmaterial:
    Beschäftigungsautomaten mit Stroh
  • Klima:
    Luftkühlung oder Wasservernebelung (Hochdruck)
  • Bestandsobergrenze:
    3.000 Schweinemastplätze

Die Förderung des Vorhabens erfolgte aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgte über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.

Die Premiumstufe:

  • Platzangebot:
    mehr als doppeltes Platzangebot als gesetzlich vorgeschrieben
  • Bodenbeschaffenheit, Liegebereich:
    perforierter Aktivitätsbereich, mit Langstroh eingestreuter Liegebereich
  • Mehrflächenbucht:
    Trennung von Aktivitäts-, Liege- und Kotbereich
  • Verschiedene Temperaturzonen:
    Auslauf oder Offenfrontstall
  • Bestandsobergrenze:
    2.000 Schweinemastplätze

Für beide Labelstufen:

  • Strukturierung der Bucht
  • Schwänze kürzen verboten
    (Übergangsfrist für die Einstiegsstufe bis 31.12.2016; Vereinbarungen mit Ferkelaufzucht müssen getroffen werden, um Schweine mit ungekürzten Schwänzen ab spätestens 2017 zu halten)
  • Keine betäubungslose Kastration:
    Akzeptiert werden Ebermast, Kastration unter Betäubung (Isofluran) kombiniert mit einer Schmerzmittelgabe, Impfung gegen Ebergeruch
  • Transportdauer:
    maximal 4 Stunden
  • Schlachtung:
    Kontrollen am Schlachthof; sichere und tiefe Betäubung muss sichergestellt sein
  • Erhebung tierbezogener Kriterien im Betrieb und auf dem Schlachthof:
    z. B. Mortalität, Arzneimittel, Verletzungen, Lungenentzündung, Leberveränderungen
  • Gentechnik
    Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist bei Mastschweinen ab dem 1.1.2017 verboten.

 


Initiative Tierwohl

 

Die Partner wollen mit der Initiative Tierwohl die Standards in der Nutztierhaltung für Schweine und Geflügel marktweit ausbauen. Möglich machen das die teilnehmenden Handelsunternehmen, die den Mehraufwand finanzieren. Und die Verbraucher, die sich mit ihrer Kaufentscheidung in den entsprechenden Märkten für den Wandel zu einer tiergerechteren Haltung einsetzen. Lückenlose und unabhängige Kontrollen sorgen für die notwendige Transparenz.

Die Ziele

Ziel der Initiative Tierwohl ist es, den Verbrauchern auch in Zukunft Fleisch und Fleischwaren in hervorragender Qualität und in großer Vielfalt anzubieten. Zugleich wollen die Bündnispartner der erhöhten Nachfrage nach tiergerecht und nachhaltig erzeugten Produkten Rechnung tragen, Missständen vorbeugen und das Vertrauen der Verbraucher in ihre Produkte stärken. Mit der Initiative können alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für mehr Tierwohl übernehmen – vom Landwirt bis zum Verbraucher.

Die Kontrollen

Die Initiative Tierwohl lebt von ihrer Glaubwürdigkeit und der Professionalität ihrer Akteure. Ein wichtiger Faktor ist außerdem, dass die Kriterien umsetzbar, prüfbar und dokumentierbar sind. Ein Beraterausschuss sorgt deshalb dafür, dass die Initiative stets neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft, Tierschutz und Verbraucherschutz in ihrer Arbeit berücksichtigen kann. Der Beraterausschuss entwickelt Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Initiative Tierwohl und ermöglicht so eine ständige Verbesserung der Prozesse und Verfahren.

Der Handel

Rund 85% der Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels haben ihre Teilnahme an der Initiative Tierwohl erklärt. Die Unternehmen führen mit einem Betrag von vier Cent pro Kilogramm verkaufter Schweine- und Geflügelfleischware einen Gesamtbetrag von rund 255 Mio. Euro in den kommenden drei Jahren an die Initiative Tierwohl ab. Mit diesem Budget wird der Mehraufwand der zugelassenen Tierhalter für die Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen finanziert. Zwölf Millionen Schweine und 255 Millionen Hähnchen und Puten profitieren mittlerweile von den Maßnahmen.

 


Beter Leven

 

Seit rund sechs Jahren liefern die Good Farming Star Landwirte von Vion ihr Fleisch für die Eingangsstufe (ein Stern) des "Beter Leven"-Programms in Holland. Die Handelskette Albert Heijn ist dabei exklusiver Abnehmer des Schweinefleisches von Vion. Die holländischen Marktführer in Schlachtung  und Lebensmitteleinzelhandel sind damit Vorreiter in Sachen Tierwohl.

Das Gütesiegel „Beter Leven“ wurde vom niederländischen Tierschutzbund Dierenbescherming ins Leben gerufen. Ein Produkt kann 1 bis 3 Sterne bekommen. Je mehr Sterne, desto tierfreundlicher ist die Produktion. Dieses vom niederländischen Tierschutzbund für tierische Erzeugnisse vergebene Gütesiegel versteht sich als Empfehlung. Die Qualitätsanforderungen wurden in Rücksprache mit den Anbietern von tierischen Erzeugnissen festgelegt und werden von unabhängigen Stellen kontrolliert.