Der 4. Weg – packt es an!

Darauf haben viele Landwirte und Vermarkter gewartet: Der 4. Weg, die örtlich betäubte Kastration, die Lokalanästhesie in der Handhabung durch den Landwirt, ist auf den Weg gebracht. Endlich! Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium für 2019 zugelassenen Verfahren beim Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration werden nicht allen Landwirten und Kunden gerecht. Die Jungebermast ist ein erfolgreiches Produktionsverfahren, kann aber nicht in allen Ferkelerzeugerbetrieben umgesetzt werden, besonders nicht in kleineren bäuerlichen Strukturen.

Vorbehalte gibt es auch bei unseren Kunden, vor allem in der Fleischwarenindustrie, bei Metzgern und auf den Exportmärkten. Die Impfung gegen Ebergeruch wird von den meisten Kunden abgelehnt. Die Vollnarkose mit CO2 ist sehr aufwendig und zu teuer. Das Lokalanästhetikum Procain darf schon heute bei Schweinen verwendet werden. Die Zulassung des noch wirksameren Lidocains wäre ein Durchbruch. In Schweden, einem EU-Land, ist das Verfahren seit 2016 durchgängig etabliert. In der Herriedener Erklärung vom 14. März 2017 wird die Lokalanästhesie mit Procain oder moderneren Arzneimitteln wie Lidocain als „wichtige, zusätzliche Alternative“ angesehen. Die gesamte Land- und Fleischwirtschaft fordert darin das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, diesen 4. Weg zu unterstützen und zu fördern.

Nach anfänglichem Zögern unterstützt nun auch Bundesminister Christian Schmidt diese wichtige Alternative. Die Zeit drängt, zum 1. Januar 2019 brauchen wir eine praktikable Lösung. Wenn Berlin den 4. Weg politisch wirklich will, ist eine schnelle Umsetzung möglich – im Interesse der Landwirte und Kunden und für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Packt es endlich an!